Russisch kochen und essen

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Гречка с луком и морковью: Buchweizen mit Zwiebeln und Karotten

Buchweizen mit Zwiebeln und Karotten

Buchweizen mit Zwiebeln und Karotten

Schöne Ostern! In Russland wird Ostern in diesem Jahr auch am gleichen Wochenende gefeiert. Wer aber nach der langen Fastenzeit nicht gleich fett essen will, kann nach wie vor auf vegetarische Gerichte zugreifen.

Buchweizen ist echt mein Liebling, ich mag es lieber als Reis. Es ist gut und einfach mit Gemüse kombinierbar. Das Verhältnis ist übrigens egal 🙂

Ich habe aus einem Glas (200 ml) Buchweizen Buchweizenbrei gekocht. Parallel 1 Karotte und 1 Zwiebel geschält, Zwiebel fein aufgeschnitten und im Öl gold gebraten, Karotte aufgerieben und in die selbe Pfann zu Zwiebeln dazugegeben und 7-10 min gedünstet. Bei Bedarf kann man etwas Öl dazugeben. Zum Schluss muss man das Gemüse mit Buchweizen in der Pfanne mischen, etwas braten, pfeffern und ggf. salzen und dann viel Dill (oder Petersilie) dazu geben. Fertig! Für Vegetarier und Fastenzeit echt gut 🙂 

Gemüse in der Pfanne

Gemüse in der Pfanne

Mit Dill ist es immer lecker

Mit Dill ist es immer lecker

Постные щи с грибами: „Fasten“-Schtschi mit Pilzen

Russische Schtschi

Russische Schtschi

Schtschi ist wohl das beliebste Gericht der Russischen Küche. Es ist eine Kohlsuppe, der mit viel Kohl, Kartoffeln und anderem Gemüse und Fleischstücken auf Basis von Rinderbrühe gekocht wird. Schtschi erschien in Russland bereits im 11. Jahrhundert, als Weisskohl von Byzanz nach Russland kam. Die Kohlsuppe ist u.a. beliebt geworden, weil die für das Fasten ein leckeres und kräftiges Gericht ist – selbstverständlich ohne Fleisch gekocht. Allerdings, damals gab es auch keine Kartoffeln, die heute aber ein Bestandteil von so gut wie allen russischen Suppen sind.  Fasten-Schtschi werden auch „leere Schtschi“ genannt.

Zum Thema Suppen: Suppe gehört zu jedem Mittagessen als erster Gang. Normalerweise besteht das typische Alltag-Mittagessen, dass in Restaurants und solchen Einrichtungen wie Kindergarten etc. aus 3 Gängen, die Russen unkompliziert abgekürzt als „das Erste“, „das Zweite“ und „das Dritte“ bezeichnen: Suppe, Fleisch oder Fisch mit Beilage und Nachspeise (oder eher ein süsses Getränk). Man redet normalerweise über die Wichtigkeit täglich zu Mittag Suppe zu essen, da es vor allem für die Verdauung gut ist und auch in kalten Monaten (ein gutes halbes Jahr) sehr gut Abwehrkräfte des Körpers unterstützt. Ich glaube, dass es eine Sache der Angewöhntheit. Meine deutschen Freunde behaupten zum Beispiel, dass es überflüssig ist, mehr als ein Mal warm zu essen – manche Russen essen 3 Mal am Tag warm (insbesondere im Winter).

Ich persönlich finde das 3-Gang-Mittagessen etwas überflüssig und beschränke mich selber auf eine Teller Suppe mit etwas Schwarzbrot. Für die Fastenzeit ist eine Suppe (u.a. Schtschi) mein absolutes Lieblingsgericht: ein Töpfchen Schtschi reicht für ein paar Tage, denn für Schtschi gilt: je länger sie zieht desto besser (selbstverständlich im Kühlschrank).  Schtschi schmeckt am nächsten Tag sogar besser als frisch gekocht.  Ein Diät-Tipp: 100 gr leere Schtschi enthält nur ca 40 kkal 🙂

Schtschi werden auf Basis Rinderbrühe oder – im Fall der leeren Schtschi- Gemüsebrühe gekocht. Selbst Gemüsebrühe zu machen dauert ewig, daher nehme ich halt Kräutersalz von Alnatura (Knorr und Co. enthalten Geschmacksverstärker, die ich zu vermeiden versuche). Sonst braucht man Suppengrün, Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, Karotten, Weisskohl, Paprika, Tomaten und etwas Tomatenmark und Petersilie. Zum Abschmecken kann man noch Pilze dazugeben.

Ich fand mit Steinpilzen an: ich habe ein Glas trockene Steinpilze mit Kaltwasser übergossen und über die Nacht ziehen lassen (es reicht aber auch ca 4 Stunden). Die genaue Menge ist Geschmackssache, nach meinem Geschmack – je mehr desto besser. Dann muss man Steinpilze ca 30-40 min kochen bis sie weich werden. Zur Seite stellen und Pilzenbrühe nicht weggiessen!

Für Schtschi ein Topf ca 4,5 l nehmen, mit 2,5 l Wasser befüllen, aufkochen und Kräutersalz dazugeben. Inzwischen 3 mittelgrosse Kartoffeln pellen und würfeln. Ins kochende Wasser Kartoffeln und aufgeschnittene Porree aus dem Suppengrün legen. Dazu Pilzbrühe geben (ohne Pilze).

Eine Pfanne auf die Kochplatte stellen und erhitzen. 1 grosse Zwiebel und 3-4 Zehnen Knoblauch aufschneiden. In die Pfanne Sonnenblumenöl dazugeben, erhitzen und im Öl die Zwiebel goldbraun anbraten. Aus der Pfanne nehmen. 2 Karotten pellen und aufreiben und in der Pfanne im Öl und etwas Brühe unter dem Deckel ca 5 min dünsten. Aus der Pfanne rausnehmen. Pilze  aufschneiden und auch leicht anbraten und aus der Pfanne nehmen. Nun ist Weisskohl dran: ca 200 gr Weisskohl fein in Streifen aufschneiden, in die Pfanne mit etwas Öl und Brüh geben und ca 5 min unter dem Deckel dünsten. Zum Schluss etwas Tometenmark und 1 kleine frische Tomate dazugeben und 2 min weiterdünsten.

Alle Gemüse in den Topf mit Brühe und Kartoffeln dazugeben. Lorbeer und 2-3 Körner schwarzen Pfeffer dazugeben. Eine rote Paprika und Petersilie aufschneiden. Zirka 5 min kochen, dann ausschalten und – wichtig – ziehen lassen.

Man serviert Schtschi mit Roggenbrot und Schmand. Ein Glässchen kalten Vodka (wer mag) gehört in Wintertagen auch gut dazu 🙂

Икра заморская, баклажанная: Ratatouille, oder Auberginenragout

Auberginenragout

Auberginenragout

Heute waren Auberginen dran. Eigentlich ist sie kein zu 100% russisches Gemüse. Wie auch nach Europa kam Aubergine relativ spät nach Russland. In einer sovietischen Komödie über das Mittelalter gab es eine Szene, wo auf dem Tsaren-Mittagstisch neben grossen Schüsseln mit roter und schwarzer Kaviar eine kleine Schüssel mit einem kleinsten Tropfen Auberginenragout stand – und wurde mit Begier als „überseeisch“ bezeichet. Heute sind Auberginen wie auch sonstige Gemüse sehr beliebt.  Auberginenragout ist eine der beliebten Gemüsenvorspeise, die man auch überall konserviert in Glasdosen kaufen kann.  Es gibt es übrigens auch im Russischen Laden, aber zu Hause von frischem Gemüse gemacht schmeckt es ganz anders.

Normalerweise dünste ich Auberginen zusammen mit Tomaten und Paprika in einem Topf bzw. in einer hohen Pfanne, aber heute habe ich ein für mich relativ neues Rezept ausprobiert (jedoch ein bisschen auf meine Weise geändert) – und zwar es geht drum, dass man Paprika und Auberginen erst im Backofen machen muss und erst dann aufschneiden und kalt verrühren, ohne weiteres Dünsten. Das Rezept kommt aus dem Buch von Nika Belotserkovskaya, über die ich schon mal berichtet habe.

Also, man braucht 2 Auberginen, 1 rote Paprika, 3 kleine oder 1 grosse Tomate, 1 Zwiebeln, 3 Zehnen Knoblauch, ein Bündchen glatte Petersilie.

Gebacken!

Gebacken!

Und geschnitten!

Und geschnitten!

Auberginen und Paprika muss man mit etwas Olivenöl bestreichen und mit einer Gabel rund drum aufstechen. Den Backofen auf 180 Grad aufheizen, und die Gemüse ca 30 min im Backofen backen – die sollen ein bisschen „angebraten“ werden.

Dann soll man Tomaten mit kochendes Wasser begiessen, 3 min ziehen lassen, pellen und im Standmixer pürieren. Tomatenpüree zur Seite stellen. Etwas Olivenöl dazugeben.

Dann soll man gebackene Auberginen und Paprika auch pellen und im Standmixer kurz schneiden – nicht richtig pürieren, sondern grob aufschneiden. Dann mit Tomatenpüree verrühren.

Im Originalrezept sollte man dann Gemüse mit fein aufgeschnittenen Zwiebeln (weiss oder rot, wenn es etwas süsser sein soll; Zwiebeln in kleinen Mengen dazugeben und inzwischen immer probieren ob es genug ist, sonst wird es zu scharf) und Knoblauch verrühren. Ich fand aber letztes Mal das Zwiebelgeschmack zu „aggressiv“ – daher habe ich Zwiebeln in der Pfanne im Olivenöl gold gedünst (ca 5-7 min) und dann im Mixer noch feiner aufgeschnitten und zu Gemüse dazugegeben.

Umrühren und kalt stellen

Umrühren und kalt stellen

Zum Schluss kamen Petersilie und Knoblauch. Petersilie habe ich hauch im Mixer geschnitten, dazu Knoblauch reingepresst und alles mit Gemüse verrührt.  Petersilie war übrigens im Originalrezept nicht drin, aber ich mag Kräuter und gebe die überall dazu.

Salzen und pfeffern soll man nach eigenem Geschmack. Und – das wichtigste – kalt stellen, damit es richtig zieht.

Блины: Blini (Russische Pfannkuchen)

Russische Blini zu Maslenitsa

Russische Blini zu Maslenitsa

Alaaf!

Letzte Woche wurde auch in Russland Fasching gefeiert. Da in diesem Jahr das Osterfest wieder auf den selben Tag fällt, schneidet auch der Karneval und die „Butterwoche“ (Maslenitsa, so wird der Fasching bezeichnet) überein. Die Maslenitsa hat jedoch schon gestern beendet und ab heute fängt die lange Grosse Fastenzeit.

Während der Maslenitsa darf man schon kein Fleisch essen, jedoch Fisch und Milchprodukte sind noch erlaubt. Traditionell werden in dieser Woche Pfannkuchen (Blini) gebacken, die süß oder herzhaft serviert werden. Ich habe vorgestern zum ersten Mal probiert richtige Hefen-Pfannkuchen zu backen und es eigentlich sehr gut geworden – viel besser, als ohne Hefe (die nennt man dann Blinchiki). Das Rezept aus einem russischen Kochbuch kann ich nur weiterempfehlen.

Also, insgesamt braucht man 500g Mehl, 3 Becher Milch oder Wasser (ich nehme 2 Becher Milch und 1 Becher Wasser), 1 Ei, 1 EL Zucker, 1/3 TL Salz, 20 g Frischhefe.

Hefevorteig

Hefevorteig

Erst mal soll man einen Hefenvorteig machen: Hefe in 1 Becher lauwarme Milch lösen, dazu Zucker und dann 250 Gramm Mehl zugeben. Alles gut umrühren um die Klümpchen zu lösen (ich mache es mit dem Handrührgerät). Dann soll man den Vorteig an einem warmen Ort aufgehen lassen. Ich mache es im Backofen bei +50 Grad – bei dieser Temperatur kann man ruhig auch eine Plastikschüssel reinstellen, man soll aber nicht direkt aufs Gitter stellen. Im vorgeheizten Backofen braucht der Vorteig ca. 20 Min.

Dann nehme man den Vorteig raus und gebe Salz und Ei dazu. Mann soll wieder gut umrühren und dann 250 Gramm Mehl dazugeben und weiter ausrühren. Dann gebe man in 2 Ansätzen 2 Becher Milch/Wasser dazu und rühre wieder gut aus. Den Teig stelle man wieder in den Backofen bei 50 g zum Aufgehen. Bei mir ist es wirklich schnell gegangen (ca. 40 min), man soll aber inzwischen mal zugucken, damit der Teig nicht wegläuft. Nachdem der Teig aufgegangen ist, soll man den noch mal umrühren und optional noch ein Mal aufgehen lassen. Zum Schluss gebe man 2 EL Sonnenblumenöl dazu und rühre wieder um. Dann kann man mit dem Backen anfangen.

Hefeteig für Blini

Hefeteig für Blini

Hefeteig

Hefeteig

Der Teig soll – wie man in Russland sagt – so flüssig wie flüssige Sauere Sahne sein. Mit den o.a. Verhältnis kommt man auf die richtige Konsistenz. Beim Aufgehen wirkt der Teig etwas dichter, nach dem Umrühren wird der aber wieder flüssiger.

Zum Backen nehme ich eine Teflon-Pfanne. Die Pfanne soll sehr gut vorgeheizt werden (bei der maximalen Temperatur). Mann soll in die Pfanne etwas Sonnenblumenöl zugeben. Da es bereits Öl in dem Teig drin ist, wird nicht viel gebraucht. Ich gieße kein Öl rein, sondern beschmiere die Pfanne nur ein bisschen mit einem Pinsel. Für einen Pfannkuchen nehme ich eine volle Suppenkelle (ca 100 ml) Teig.

Mann soll den kompletten Teig in eine „Ecke“ aufgießen und dann die Pfanne im Uhrzeigersinn so drehen, dass der Teig sich gleichmäßig über die Pfanne verteilt. Und nicht umgekehrt – wenn Sie versuchen den Teig einfach mit der Suppenkelle verteilen kann es wohl passieren, dass der Teig nicht gleichmäßig verteilt wird.

 Von jeder Seite wird der Pfannkuchen weniger als 1 Min gebacken. Nach dem Backen kann man noch jeden Pfannkuchen mit etwas Butter beschmieren, aber dann wird es echt fett.

Was alles passt dazu!

Was alles passt dazu!

Saere Sahne gehört immer dazu! Die beste herzhafte Beilage sind Lachs und Kaviar. Für den, der es süß mag, werden es Konfitüre oder rote Grütze (nicht so süß im Vergleich zur Konfitüre) und Quark angeboten. Wenn man es nur süß essen möchte, kann einer in den Teig mehr Zucker und etwas Vanillezucker dazugeben. Guten!!!

Оливье: Oliviersalat

Oliviersalat ist ohne Zweifel das Muss-Gericht der russischen Silvesterfeier. Weihnachten als Fest wurde durch lange sowjetische Regime aus der Tradition ausgedrängt, davon überlebten aber Tannenbaum, Weihnachtsmann (Ded Moroz), Sekt und Oliviersalat – alles jedoch kommt am 31.Dezember 🙂

Was zum richtigen Oliviersalat gehört ist auch eine große Frage. Die russischen Frauen haben das Rezept angepasst und nun kommen wir mit zugängigen Lebensmitteln aus. Ich mache diesen Salat (soll er eigentlich „Salat“ heißen? „Vorspeise“ passt etwa besser) nicht nur  zum Silvester – er passt ganz gut nicht nur zum Feiertisch, sondern zu einfachem Baguette und Weißwein als Abendessen.

Also, diesmal war Oliviersalat mein Beitrag zur Silvesterparty und so habe ich den gemacht:

300 g Rinderfilet – kochen (davon ergibt sich am Ende ca. 200g): am besten soll man Rinderfilet mit der gleichen Menge von Rinder- oder Kalbzunge – konnte ich aber vor Silvester nicht finden 🙁

200 g Hühnerbrustfilet – auch kochen (wird auch etwas „einkochen“)

150 g Surimi (Krebsfleisch würde besser passen, ist aber teuer…)

 Fleisch und Surimi soll man fein aufschneiden.

 3 Mittelgroße Kartoffeln und 3 Karotten kochen, abkühlen und schälen, in kleine Würfel Aufschneiden.

 2-3 russische Salzgurken, 1 mittelgroße Apfel, halbe frische Gurke (ich meine große holländische gurken) – in kleine Würfel aufschneiden.

 4-5 Eier kochen, pellen und aufschneiden.

 Alles zusammen mischen. Eine Dose junge Erbsen dazugeben. Und zum Schluss: Schnittlauch und Dill aufschneiden und untermischen.

 Als Dressing soll man russische Mayo mit Sauersahne (Verhältnis 1:1) zusammenmischen. Dressing soll man erst unmittelbar vor dem Servieren zugeben!

 Nun kommt das wichtigste: das Verhältnis von oben ist nach meinem Geschmack erfasst. Jede Hausfrau macht es unterschiedlich. Ich sehe zu dass nicht so viel Kartoffeln dran ist und ich mag es etwas mehr Karotten dazuzugeben. Dill und Schnittlauch ist überhaupt nicht von unbedingt. Und die meisten ersetzen Fleisch und Surimi mit einfacher Mortadella. Manche behaupten, dass es auch so besser schmeckt 🙂

Und vor allem: grosse Schüssel („Tazik“) machen, damit man die Reste noch 2 Tagen nach der Feier essen kann 🙂 Das gehört auch zur Tradition!

Russische Weihnachstplätzchen

Eigentlich, haben diese Plätzchen mit Weihnachten nichts zu tun. Es gibt in Russland keine Tradition zu Weihnachten Plätzchen zu backen wie hier in Deutschland. Weihnachten wird generell selten gefeiert, aber Silvester schon (Folge der sowjetischen Zeit). Und zu Silvester backt man was Gründliches 🙂

Aber diese 2 Rezepte würden meines Erachtens ganz gut zu deutschen Weihnachten passen.

Nr.1: Zitronengebäck

 Erst mal soll man die Füllung vorbereiten: eine Zitrone mit der Schale aufreiben und mit 2 Glas Zucker umrühren. Zur Seite stellen.  Teig: 1 Packung Hefe (ca 40 g), 200 g weiche Butter oder Margarine, 1 Glas warme Milch, 4 Glas Mehl. Unter Glas versteht man einen Becher von ca 200 ml.  Hefe in Milch auflösen, weiche Butter dazugeben, zum Schluss Mehl zugeben und gut verkneten. Mann kann auch Vanille dazugeben. Der Teig muss nicht aufgehen, man muss also dann sofort Gebäck formen, und zwar:

Teig in 2 Teile teilen, den ersten Teil ausrollen, auf das Blech legen, die Füllung darauf verteilen (am Rand frei lassen!). Den zweiten Teil ausrollen und die Füllung decken. Am Rand muss man den Teig zukneten, damit die Füllung beim Backen nicht rauskommt. Dann sieht es auf dem Blech wie Kuchen aus. Man muss dann diesen „Kuchen“ mit einer Gabel an mehreren Stellen anstechen.

Den „Kuchen“ stelle man in den heißen Backofen (ca 200º C) und ca 20-25 Minuten backen. Inzwischen muss man zuschauen dass aus dem Teig oben sich keine Blasen formen – die muss man sofort durchstechen. Aber auch nicht zu viel des Guten tun: ein bisschen wird der Teig doch hochgehen, aber gleichmäßig. Sonst kann man den Teig zerbrechen.

Den „Kuchen“ soll man aus dem Backofen herausnehmen und heiß in Plätzchen aufschneiden. Abkühlen lassen.

Nr 2. Quarkplätzchen

Dieses Rezept ist echt einfach, man braucht aber richtigen russischen Quark. Über Quark habe ich schon mal geschrieben, den kann man in Russischen Geschäften kaufen.

Man neheme: 200 g Quark (oder eine größere Packung aus dem Russischen Geschäft– ca. 275 g) ; 100-125 g Margarine oder Butter; 1 Glas Mehl; etwas Salz; Backpulver oder 0,5 TL Soda mit 1 TL Essig zusammenmischen (wird schäumig); Vanillezucker

 Alles verkneten. Der Teig wird wegen Quark ein bisschen „körnig“ beleiben. Mann muss den Teig ausrollen und mit 1 Glas Zucker bestreuen.

Alternativ kann man zum Zucker eine aufgeriebene Zitrone dazugeben und den Teig mit der Zitronenmasse bestreuen.

Dann muss man den Teig zusammenrollen (wie Roulade) und aufschneiden (s. Bild). Dann wie kleine Rosetten auf das Blech auslegen. Backzeit ca 20 min. Inzwischen immer zugucken!

Heute habe ich mein Deutsch in früheren Artikeln etwas korrigiert und für den Artikel über Kwas ein Foto vom Kwaskonzentrat hinzugefügt.

Am Wochenende habe ich vor für unsere Weihnachtsfeier im Büro Plätzchen zu backen – selbstverständlich aus russischem Quark.

Ich habe inzwischen Kopien von vielen Rezepten meiner Mutter gemacht. Ich werde langsam versuchen die zu probieren. „Leider“sind das überwiegend Backrezepte, man darf also nicht übertreiben 🙂

Über das Fasten

Ich habe noch nie über Fleischgerichte geschrieben. Eigentlich bin ich keiner Vegetarier, mag aber Fleisch ehrlich gesagt nicht so gerne. Ich soll aber in der Zukunft versuchen die Fleischgerichte nicht zu ignorieren und davon auch berichten.

Einer der Gründe bei mir, warum ich überwiegend vegetarisch koche, ist das Fasten. Die Russische Orthodoxe Kirche verschreibt 4 lange Fastenzeiten im Jahr – nicht nur vor Ostern (wie auch in der Katholischen Kirche), sondern auch vor Weihnachten (07.01), vor dem Peter und Paul Tag im Juli (12.07) und vor der Mariä Aufnahme in den Himmel (28.08). Die Länge der Fastenzeiten ist jeweils unterschiedlich: das Weihnachtsfasten  dauert  40 Tage (vom 28.12 bis zum 06.01); vor Ostern – die Große Fastenzeit – 7 Wochen (fängt analog Westeuropa gleich nach dem russischen Karneval an); die Peter-und-Paul-Fastenzeit fängt eine Woche später nach Pfingsten und dauert bis zum 12.Juli (die Dauer ist also immer unterschiedlich). Im August dauert das Fasten genau 2 Wochen.

Das Fasten setzt einen vollen Verzicht auf Fleisch- und Milchprodukte (auch Eier) voraus. Während des Weihnachtsfastens und Peter-und-Paul-Fastens darf man aber Fisch essen. Unter der Woche sind mittags und freitags immer während des Jahres (nicht nur während großer Fastenzeiten) die strengsten Fastentage (also auch kein Fisch ist erlaubt).

Viele Russen halten zurzeit das Große Fasten nicht während des Glaubens sondern aus der Tradition. Jedoch, ohne Kirchenbesuch, Beten, Eucharistie und geistlichen Bemühungen macht es wenig Sinn, so die Kirche.  Das wichtigste vor allem ist „nicht Frikadellen, sonder Leute nicht zu essen“.  Der Verzicht auf Unterhaltung (z.B.  Fernsehen) etc. sowie Spenden und Unterstützung von Hilfsbedürftigen sind auch verordnet. Jeder soll auch für sich entscheiden vorauf er für diese Zeit verzichten kann und was Gutes er für andere Leute machen kann.

In so gut wie allen Restaurants und Cafés in Russland (und auch bei Aeroflot) kann man aber zu dieser Zeit Fastengerichte bestellen. Für die Leute, die arbeiten gehen, ist es durchaus wichtig die Ernährung während dem Fasten so durchzudenken, dass man nicht kraftlos wird und vor allem genug Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe konsumiert.  Für schwangere und stillende Frauen, Kinder und Schwerkranke ist das Fasten selbstverständlich ausgeschlossen. Die Ehebeziehungen sind ein besonderes Thema, das man mit dem Priester besprechen soll, da es beide Partner betrifft und die beiden damit einverstanden sein sollen.

Es gibt auch Kochbücher für die Fastenzeit, wo man viele Rezepte finden kann, die das Essen abwechslungsreich machen. Jedoch soll man auch damit nicht übertreiben und nicht zu viel Zeit fürs Kochen verbrauchen.

Винегрет: Vinaigrette – russischer Salat mit roter Bete

Unter Vinaigrette versteht man  in der russischen Küche keine Soße, sondern ein Salat aus Kartoffeln und roter Bete. Für mich ist es definitiv ein „winterlicher Salat“, da er aus „winterlichem“ Gemüse gemacht wird. Ich mache den gerne währen der Fastenzeiten vor Weihnachten und Ostern, da er satt macht ist und meines Erachtens gut als Hauptgericht zum Mittagessen passt.  Er kann aber auch als Vorspeise oder Beilage angeboten werden.

Man serviert Vinaigrette mit Mayo oder Sonnenblumenöl. Ich mag Vinaigrette vor allem mit Sonnenblumenöl und Schwarzbrot. Meine Eltern mögen zum Beispiel nicht raffiniertes Sonnenblumenöl (schmeckt ähnlich wie Kürbiskernöl aus Österreich) – ist aber gewöhnungsbedürftig.

Für Vinaigrette nehme man:

1 Packung gekochte rote Bete (500 Gramm)
2-3 mittelgroße gekochte und geschälte Kartoffeln
2 gekochte Karotten
1 Dose Junge Erbsen
4-5 russische Salzgurken
1 kleine (am besten rote) Zwiebel
eine halbe frische Gurke (optional)
ein Bündchen Dill (optional)

Kartoffeln und Karotten pellen, alles aufschneiden, umrühren, Salz dazugeben. Wenn Sie aber vorhaben, den Salat mit Mayo zu servieren, das Salzen kann man sich sparen.

Das genaue Verhältnis von Zutaten ist aber pure Geschmackssache. Manch einer mag es mit weniger Kartoffeln oder mehr Zwiebeln. Nach Geschmack kann man noch russische Sauerkraut oder Bohnen dazugeben. Sauerkraut muss man vom Salzwasser abtropfen lassen. Statt Zwiebeln kann man Frühlingszwiebeln nehmen oder einfach zusätzlich mit Frühlingszwiebeln oder Schnittlauch bestreuen. Wenn man keine rote Zwiebel hat und nur einfache Zwiebel, kann man die mit heißem Wasser abspecken, damit das Zwiebelgeschmack im Salat nicht so heftig wird. Damit das restliche Gemüse von roter Bete nicht gefärbt werden, soll man rote Bete separat aufschneiden und etwas Öl zugeben und erst danach mit anderen Zutaten mischen.

Eigentlich, hält sich Vinaigrette auch im Kühlschrank nicht so lange. Man sagt, er kann bereits am zweiten Tag der Aufbewahrung eine Verdauungsstörung verursachen. Ist mir noch nie passiert, aber am besten erst mal eine kleinere Menge machen. Die o.a. Mengen reichen für ca. 1,5 l Schüssel.

Verspätet: Малосольные огурчики: Salzgurken auf Neu

Es ist echt lange her dass ich da geschrieben hat. Ich habe inzwischen natürlich gekocht, aber nicht viel was typisch Russisches sein könnte.

Als erstes, habe ich zum ersten Mal Salzgurken gemacht. Kleine Einlegegurgken konnte man im August bei Bauern kaufen. Russische Salzgurken werden ohne Essig, sondern nur mot Salzwasser und Gewürzen. Normalerweise legt man Gurken im heissen Salzwasser ein. Aber in einem der neuen Kochbüchern, die ich in Moskau in diesem Sommer gekauft habe, hab ich ein intteresantes Rezept von „Halbsalzgurken“ mit kaltem Mineralwasser gefunden.

„Halbsalzgurken“ sind frisch eingelegte Gurken, die lediglich ein paar Tage im Salzwasser gelegen haben und halbdurch sind. Genauso wie Salzgurken, passen die gut zu typisch russischen herzhaften Gerichten und Getränken.

Also, das „moderne“ Rezept aus dem Kochbuch von Nika Belotserkovskaya ist sehr einfach:

Gurken „Pöpchen“ abschneiden, Knoblauch pellen und aufschneiden, Dill aufbrechen, mit Gurken in eine Schüssel legen und mit stark gesalztem S. Pellegrino übergiessen. Und für 24 Stunden in den Kühlschrank stellen. Ich habe noch schwarzen Pfeffer (ungemahlen) dazugelegt. Und hatte es eigentlich mit einem anderen Minerallwasser gemacht, obwohl Nika behauptet, dass es mit dem S.Pellegrino am besten schmeckt 🙂

Frische Gurken

Frische Gurken

Mit Dill und Knoblauch

Mit Dill und Knoblauch

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