Russische Schtschi

Russische Schtschi

Schtschi ist wohl das beliebste Gericht der Russischen Küche. Es ist eine Kohlsuppe, der mit viel Kohl, Kartoffeln und anderem Gemüse und Fleischstücken auf Basis von Rinderbrühe gekocht wird. Schtschi erschien in Russland bereits im 11. Jahrhundert, als Weisskohl von Byzanz nach Russland kam. Die Kohlsuppe ist u.a. beliebt geworden, weil die für das Fasten ein leckeres und kräftiges Gericht ist – selbstverständlich ohne Fleisch gekocht. Allerdings, damals gab es auch keine Kartoffeln, die heute aber ein Bestandteil von so gut wie allen russischen Suppen sind.  Fasten-Schtschi werden auch „leere Schtschi“ genannt.

Zum Thema Suppen: Suppe gehört zu jedem Mittagessen als erster Gang. Normalerweise besteht das typische Alltag-Mittagessen, dass in Restaurants und solchen Einrichtungen wie Kindergarten etc. aus 3 Gängen, die Russen unkompliziert abgekürzt als „das Erste“, „das Zweite“ und „das Dritte“ bezeichnen: Suppe, Fleisch oder Fisch mit Beilage und Nachspeise (oder eher ein süsses Getränk). Man redet normalerweise über die Wichtigkeit täglich zu Mittag Suppe zu essen, da es vor allem für die Verdauung gut ist und auch in kalten Monaten (ein gutes halbes Jahr) sehr gut Abwehrkräfte des Körpers unterstützt. Ich glaube, dass es eine Sache der Angewöhntheit. Meine deutschen Freunde behaupten zum Beispiel, dass es überflüssig ist, mehr als ein Mal warm zu essen – manche Russen essen 3 Mal am Tag warm (insbesondere im Winter).

Ich persönlich finde das 3-Gang-Mittagessen etwas überflüssig und beschränke mich selber auf eine Teller Suppe mit etwas Schwarzbrot. Für die Fastenzeit ist eine Suppe (u.a. Schtschi) mein absolutes Lieblingsgericht: ein Töpfchen Schtschi reicht für ein paar Tage, denn für Schtschi gilt: je länger sie zieht desto besser (selbstverständlich im Kühlschrank).  Schtschi schmeckt am nächsten Tag sogar besser als frisch gekocht.  Ein Diät-Tipp: 100 gr leere Schtschi enthält nur ca 40 kkal 🙂

Schtschi werden auf Basis Rinderbrühe oder – im Fall der leeren Schtschi- Gemüsebrühe gekocht. Selbst Gemüsebrühe zu machen dauert ewig, daher nehme ich halt Kräutersalz von Alnatura (Knorr und Co. enthalten Geschmacksverstärker, die ich zu vermeiden versuche). Sonst braucht man Suppengrün, Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, Karotten, Weisskohl, Paprika, Tomaten und etwas Tomatenmark und Petersilie. Zum Abschmecken kann man noch Pilze dazugeben.

Ich fand mit Steinpilzen an: ich habe ein Glas trockene Steinpilze mit Kaltwasser übergossen und über die Nacht ziehen lassen (es reicht aber auch ca 4 Stunden). Die genaue Menge ist Geschmackssache, nach meinem Geschmack – je mehr desto besser. Dann muss man Steinpilze ca 30-40 min kochen bis sie weich werden. Zur Seite stellen und Pilzenbrühe nicht weggiessen!

Für Schtschi ein Topf ca 4,5 l nehmen, mit 2,5 l Wasser befüllen, aufkochen und Kräutersalz dazugeben. Inzwischen 3 mittelgrosse Kartoffeln pellen und würfeln. Ins kochende Wasser Kartoffeln und aufgeschnittene Porree aus dem Suppengrün legen. Dazu Pilzbrühe geben (ohne Pilze).

Eine Pfanne auf die Kochplatte stellen und erhitzen. 1 grosse Zwiebel und 3-4 Zehnen Knoblauch aufschneiden. In die Pfanne Sonnenblumenöl dazugeben, erhitzen und im Öl die Zwiebel goldbraun anbraten. Aus der Pfanne nehmen. 2 Karotten pellen und aufreiben und in der Pfanne im Öl und etwas Brühe unter dem Deckel ca 5 min dünsten. Aus der Pfanne rausnehmen. Pilze  aufschneiden und auch leicht anbraten und aus der Pfanne nehmen. Nun ist Weisskohl dran: ca 200 gr Weisskohl fein in Streifen aufschneiden, in die Pfanne mit etwas Öl und Brüh geben und ca 5 min unter dem Deckel dünsten. Zum Schluss etwas Tometenmark und 1 kleine frische Tomate dazugeben und 2 min weiterdünsten.

Alle Gemüse in den Topf mit Brühe und Kartoffeln dazugeben. Lorbeer und 2-3 Körner schwarzen Pfeffer dazugeben. Eine rote Paprika und Petersilie aufschneiden. Zirka 5 min kochen, dann ausschalten und – wichtig – ziehen lassen.

Man serviert Schtschi mit Roggenbrot und Schmand. Ein Glässchen kalten Vodka (wer mag) gehört in Wintertagen auch gut dazu 🙂