Eigentlich es ist schon 2 Wochen her. In diesem Jahr wurde Ostern von Orthodoxen am gleichen Tag wie bei Katholiken gefeiert, also am 4.April. Der Kulitsch wird normalerweise am Donnerstag oder Freitag vor Ostern gebacken und am Samstag zum Segnen zur Kirche gebracht.

Das Rezept stammt von meiner Schwiegermutter. Ich hab nach diesem Rezept zum zweiten Mal gebacken. In diesem Jahr ist es aber nicht so gut geworden, aber nicht vom Geschmack sondern vom Aussehen her, weil der Teig nicht genug aufgegangen ist. Trotz allem war er schnell weg; zum Montag ist davon nichts geblieben, was ich hätte noch zur Arbeit mitnehmen können.

Der richtige Osterkuchen soll dicht und nicht  luftig sein. Zum Vergleich habe ich in der Kirche einen massenweise produzierten Kulitsch gekauft. Der war richtig luftig und hat dazu einfach nach einem süßen Weizenbrot geschmeckt. Nichts Besonderes! Mein hausgemachter Osterkuchen war viel besser im Geschmack, obwohl nicht so toll im Aussehen.

Also, hier ist das Rezept:

Alle Zutaten müssen frisch sein; Eier nicht direkt aus dem Kühlschrank nehmen, sie sollen Raumtemperatur haben.

50g frische Hefe in 1,5 Glas warme Milch auflösen, 1 Glas Zucker und 0,5 kg Mehl einrühren; an einem warmen Ort aufgehen lassen, sodass der Hefeteig sich verdoppelt.

5 Eigelb und 1,5 Glas Zucker vermengen; 300g Butter schmelzen lassen (geht schnell im Mikrowellenofen); 6 Eiweiß schaumig schlagen; das alles in den aufgegangenen Hefeteig unterrühren, 1/3 TL Salz und 0,5 kg Mehl dazugeben.

Jetzt kommt es zum Teigkneten. Den Teig muss man solange verkneten, bis er sich vom Schüsselrand ablöst. Es dauert etwa länger auch wenn man es mit Hilfe von Handrührgerät macht. Dann muss der Teig nochmal aufgehen und sich wieder verdoppeln.

Dann kann man in den Teig Nüsse, Rosinen, Vanille, Kandisfrüchte, etwa Safran  zugeben.

Von der Form her muss der Kulitsch rund und hoch sein, die übliche Springform passt da nicht. Ich habe letztes Jahr extra dafür 2 Kochtöpfe gekauft (selbstverständlich ohne Plastikteile). Eine richtige Kulitschform hat mir dazu meine Schwägerin geschenkt. Generell reicht der Teig für 3 große oder 4 mittelgroße Osterkuchen. Eine gute Lösung sind Konservendosen, befreit von Etiketten und glatt am Rand. Mit einer Konservendose kriegt man genau die richtige Form.

Die Backform, egal welche, soll man mit Backpapier ausdecken und dann gut mit weicher Butter bestreichen  (ich mache es mit Hilfe eines Küchenpinsels) und dann mit Mehl etwa bestreuen. Etwa ein Drittel der Form mit dem Teig füllen und bis zur Hälfte der Form wieder aufgehen lassen. Dann in den vorgeheizten Backofen stellen. Oben kann man eine Scheibe durchnässtes Backpapier legen, damit es nicht anbrennt.

Ich habe den Osterkuchen etwa 1 Std. 15 Min gebacken. Man kann mit dem Zahnstocher oder Holzspiess prüfen, ob der Kuchen durchbacken ist oder nicht – wenn am Stäbchen noch Teig bleibet, dann muss man weiterbacken. Wenn das Stäbchen sauber ist, ist der Kuchen fertig.

Den fertigen Kuchen muss man erst mal auskühlen lassen, am besten mit einem Küchentuch umwickeln und „gären“ lassen. Dann aus der Form rausnehmen. Vorsichtig! Der Kuchen kann beim Herausnehmen leicht zerbrechen, was mir diesmal passiert ist. Also richtig festhalten!

Obendrauf kann man ihn mit der Glasur bestreichen und mit Schokoflocken bestreuen. Ich habe die Glasur aus Zucker und Kakao gemacht und es war nicht das Richtige. Nächstes Mal muss ich noch nach einem besseren Glasurrezept suchen.